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Funktionserhalt statt Diversitäts-Lyrik

Die materielle Basis der Institutionen

Mai 20 @ 12:00 - 14:00
Veranstaltungsbeschreibung:

Diversität ist kein moralisches Ideal – sondern eine funktionale Notwendigkeit.

Die gesellschaftliche Debatte über Diversität wird häufig normativ geführt: als Frage von Repräsentanz, Werten oder Gerechtigkeit. Dieses Online-Format wählt einen anderen Zugang: Es betrachtet Diversität als harte Bedingung für den funktionalen Selbsterhalt zentraler Institutionen.

Während in NRW bereits fast die Hälfte aller Schüler:innen eine Zuwanderungsgeschichte hat, bleiben große Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge – von Verwaltung über Feuerwehr bis Wohlfahrt – hinter dieser Realität zurück. Rekrutiert wird nach wie vor entlang der Maßstäbe einer früheren Bevölkerungsstruktur. Die Folge: Institutionen laufen Gefahr, an ihrer eigenen Selektivität zu scheitern.

Engin Karahan analysiert in diesem Vortrag, warum Diversitätsstrategien nur dann wirken, wenn sie strukturell gedacht werden – und nicht nur als moralischer Appell. Ein besonderer Fokus liegt auf der öffentlichen Verwaltung, wo der Wandel an der Basis zwar beginnt, aber an Leitungsfunktionen oft endet.

Das Format bietet:

  • Eine datenbasierte Analyse zur Diskrepanz zwischen Bevölkerungsstruktur und institutioneller Repräsentanz – mit Fokus auf Baden-Württemberg und NRW
  • Eine kritische Einordnung der „statistischen Unsichtbarkeit“ und warum der deutsche Pass keine ausreichende Kategorie für Integration ist
  • Strategische Impulse für den Funktionserhalt von Daseinsvorsorge, Verwaltung und Wohlfahrt – jenseits von Symbolpolitik
Die Reihe mit Engin Karahan:

Dieses Format ist Teil einer dreiteiligen Reihe mit Engin Karahan zu institutioneller Transformation und postmigrantischer Realität. Jeder Teil kann unabhängig besucht werden – gemeinsam eröffnen sie jedoch eine vertiefte Perspektive auf systemischen Wandel in Zeiten von Diversitätsdruck, Staatsentfremdung und zivilgesellschaftlichem Umbruch.

🔹 Teil 1 (20. Mai 2026) : Funktionserhalt statt Diversitäts-Lyrik – Die materielle Basis der Institutionen
Diversität wird häufig moralisch diskutiert – dieser Auftakt rückt sie als funktionale Notwendigkeit in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf der Frage, warum Institutionen ohne strukturelle Öffnung langfristig ihre Handlungsfähigkeit verlieren.

🔹 Teil 2 (9. Juli 2026): Die gespaltene Realität – Strukturelle Divergenzen im Staatsverständnis
Warum bleiben Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Verwaltung und Ehrenamt unterrepräsentiert, obwohl sie systemtragend sind? Eine Analyse kultureller Codes, Staatsbilder und unsichtbarer Barrieren.

🔹 Teil 3 (23. September 2026): Jenseits der Verbände – Neue Akteure, alte Blockaden und der Brain Drain der Zivilgesellschaft
Im Fokus stehen neue, professionelle Akteure jenseits etablierter Verbandsstrukturen – und die Frage, wie Politik und Verwaltung diese Potenziale nutzen können, statt sie zu verlieren.

 

Die Reihe versteht sich als fachlicher Diskursbeitrag und lädt zur kritischen Reflexion bestehender Strukturen ein.

 

 

Über den Referenten:

Engin Karahan ist Geschäftsführer der EP Ethos & Polis UG und Experte für die Professionalisierung von Organisationen sowie für die Analyse komplexer gesellschaftlicher Dynamiken.
Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Verbandsarbeit unterstützt er Institutionen dabei, die Lücke zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und den fachlichen Anforderungen moderner Trägerschaft zu schließen.
Sein Fokus liegt auf der Transformation von Vereinen hin zu systemrelevanten Institutionen – insbesondere im Bereich der Jugendhilfe und der Gründungsberatung für Regelstrukturen in der Wohlfahrt.
Er ist Mitgründer der Alhambra Gesellschaft und publiziert regelmäßig zu Fragen der gesellschaftlichen Integration und des institutionellen Wandels.

Bezug zum Projekt DEMOS:

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts DEMOS – Demokratie, Empathie, Mitgestaltung, Offenheit und Solidarität statt.
Die Veranstaltungsreihe widmet sich der Stärkung demokratischer Strukturen, der Reflexion über gesellschaftliche Ausgrenzung und der Prävention demokratiefeindlicher Dynamiken.

Besonders in diesem Format zeigt sich, wie institutionelle Repräsentationslücken und ausbleibende Teilhabe nicht nur Ungleichheit fördern, sondern auch Räume schaffen, in denen demokratiefeindliche Erzählungen und Verschwörungsideologien fruchtbaren Boden finden.

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Die Fachveranstaltungsreihe unter dem Dach des Innovationsprojekts Demos – Demokratie, Empathie, Mitgestaltung, Offenheit und Solidarität, gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, widmet sich der Extremismusprävention und Demokratieförderung.

Im Fokus stehen demokratiefeindliche Phänomene  – insbesondere Verschwörungsdenken und extremistische Narrative. Ziel ist es, diese sichtbar zu machen, interdisziplinäre Perspektiven zu vereinen und Lösungsansätze zur Prävention und Resilienz zu entwickeln.

Die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) organisiert diese Veranstaltungsreihe, um Fachkräfte und interessierte Bürger:innen zu sensibilisieren und Handlungswissen quer durch verschiedene Professionen zu erweitern.

Die Fachveranstaltungsreihe ist Teil des Projekts Demos, das verschiedene Formate und Initiativen bündelt, die sich für die Stärkung demokratischer Werte, den Umgang mit demokratiefeindlichen Tendenzen und die Förderung gesellschaftlicher Offenheit einsetzen.

📌 Vorbehaltlich der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.