Die Terrorgramszene und „764/Com“
ATLAS Connect
Veranstaltungsbeschreibung:
Digitale Räume spielen eine zunehmend zentrale Rolle in der Radikalisierung junger Menschen – insbesondere im Kontext rechtsextremistischer Online-Subkulturen. Plattformübergreifende Netzwerke, geschlossene Gruppen und algorithmisch verstärkte Inhalte schaffen neue Dynamiken, die für Fachkräfte oft schwer greifbar sind.
Im Rahmen von ATLAS Connect gibt Dr. Daniel Köhler Einblicke in zwei aktuelle Phänomene: die sogenannte „Terrorgram“-Szene, ein lose vernetztes, digital organisiertes Milieu jugendlicher Rechtsterrorist:innen, sowie die unter dem Schlagwort „764/Com“ bekannt gewordene Szene, die zuletzt durch den „White Tiger“-Fall in Hamburg öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat.
Auf Grundlage einer bundesweiten Hellfeldstudie werden zentrale Charakteristika der Szene, typische Radikalisierungsverläufe sowie bekannte Täterprofile vorgestellt. Dabei wird deutlich, wie digitale Räume als Resonanzräume für extremistische Ideologien fungieren und welche spezifischen Herausforderungen sich daraus für Prävention und pädagogische Praxis ergeben.
Über den Referenten:
Dr. Daniel Köhler ist wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) im Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Analyse extremistischer Netzwerke sowie in der Erforschung von Radikalisierungsprozessen.
Teilnehmen
ATLAS
Das Projekt ATLAS beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale Teilhabe, Beziehungen und Unterstützungsangebote für junge Menschen gestärkt werden können.
Die Veranstaltungsreihe ATLAS Connect verbindet aktuelle Beobachtungen aus digitalen Räumen mit prägnanten Fachimpulsen und bietet Raum für praxisnahe Reflexion und Austausch – damit Fachkräfte Trends schneller einordnen, Risiken erkennen und konkrete Handlungsoptionen für ihren Arbeitsalltag entwickeln können.
Das Projekt wird umgesetzt von der LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e.V. und wird finanziert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.